INTERKULTURELLE ENTSCHEIDUNGSPROZESSE

Written by

Sarah Haimerl

Published on

15 Dezember 2022

Wie viel Vorbereitung eine Entscheidung benötigt, kann stark von der Kultur abhängen.

Sehnsüchtig warten wir oft auf den Moment, dass unsere Projekte und Ideen abgenickt werden.

Kennst du das Gefühl der Antizipation, endlich mit der Umsetzung starten zu dürfen?

Die Entscheidungsprozesse in Organisationen hängen stark von den jeweiligen Arbeitskulturen ab. In interkulturellen Teams kann es zudem zu Missverständnissen kommen, da der Weg zur finalen Entscheidung sehr unterschiedlich gegangen werden kann.

Hätte ich zuvor gewusst, wie unterschiedlich Entscheidungen in USA und Deutschland getroffen werden, wäre in meinem Auslandseinsatz einiges für mich einfacher gewesen.

Speziell zwischen USA und Deutschland unterscheidet sich der Entscheidungsprozess in seinem zeitlichen Ablauf:

In deutschen Kulturen, wird strategisch und umfassend auf eine Entscheidung hingearbeitet. Nachdem offizielle Freigaben gegeben wurden, geht es gewissenhaft, aber zügig in die zuvor geplante Umsetzung. Aus diesem Grund ist der Entscheidungsprozess zeitlich intensiv, die Umsetzung anschließend jedoch schnell.

Im Gegensatz dazu wird in amerikanischen Kulturen wesentlich schneller eine Entscheidung gefällt. Wohl wissend, dass diese auch anschließend hinterfragt und verändert werden kann.

Nicht selten stoßen hier Teams auf gegenseitige Widerstände: die deutschen Teams würden gerne weiter testen und Alternativen betrachten, doch für die amerikanischen Teams ist es wichtiger, schnell in eine Umsetzung zu kommen, die dann durchaus weiter entwickelt und damit länger dauern darf.

Diese unterschiedliche Vorgehensweise hat mir das ein oder andere Kopfzerbrechen bereitet. Denn finale Entscheidung für den Start zur Umsetzung meiner Projekte, wie ich es gewohnt war, erlebte ich nur selten. Manchmal wurde die Entscheidung so „leise“ gefällt, dass ich sie fast nicht mitbekam. Ich erinnere mich sehr stark an ein Projekt, welches mich zur Verzweiflung brachte, da kontinuierlich neue Ideen und Ergänzungen dazu kamen. Bis ich lernte, dass ich bereits in der Umsetzung war und mich nicht mehr Sorgen musste, ob ich grünes Licht für das Projekt bekam.

Ich brauchte recht lange, mich an diese Art von Entscheidungsprozessen zu gewöhnen.

Ein Tipp für internationale Teams:

Ein klarer übergeordneter Projektplan, der aufzeigt, welche Entscheidungen wann gefällt werden müssen, wie diese aufeinander aufbauen und voneinander abhängig sind, fördert das Verständnis und erhöht Verbindlichkeiten.

Weitere Details dazu in „The Cultural Map“ von Erin Meyer


		
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